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Logistik an Weihnachten: Wie Logistikdienstleister den Peak meistern

Aktionstage wie der Black Friday und Cyber Monday sowie Feiertage wie Weihnachten und Ostern stellen nicht nur Händler und Lieferanten, sondern auch Logistikdienstleister vor komplexe Herausforderungen. Für die Logistik an Weihnachten sind präzise Organisation, vorausschauende Personalplanung und reibungslos funktionierende Prozesse entscheidend. Doch wie gelingt es, in einer so hoch frequentierten Phase tausende von Online-Bestellungen und Filialnachlieferungen termingerecht und fehlerfrei abzuwickeln?

Truck auf dem Weg auf einer Straße durch eine verschneiten Berglandschaft
Truck auf dem Weg auf einer Straße durch eine verschneiten Berglandschaft

Von Black Friday bis Weihnachten – Peak Seasons im Handel

Weihnachten markieren die entscheidende Peak Season für das Weihnachtsgeschäft – eine Phase, in der sich das Bestellvolumen mehr als verdoppelt und deutlich mehr Personalressourcen benötigt werden als im Jahresdurchschnitt. Ein Rhenus-Lager fungiert dabei als zentrales Distributionszentrum für einen namhaften Buchhändler mit Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Neben der klassischen Filialbelieferung unterstützt das Zentrum auch das Omnichannel-Geschäft – etwa, wenn Kund*innen Bücher online zur Abholung in der Filiale bestellen. Zusätzlich wird der komplette Versandprozess für Online-Bestellungen über diesen Standort abgewickelt.

Mehrere hunderttausend Artikel und zehntausende Versandeinheiten verlassen täglich das Lager – gesteuert durch automatisierte Systeme, schlanke Abläufe und eine leistungsstarke IT-Infrastruktur.

Entwicklungen im Einzelhandel in Deutschland

  • Während der Covid-Pandemie stieg der Betrag, der Online umgesetzt wurde. 2022 sank der Anteil der Online-Bestellungen, wächst aber seitdem stetig.
  • Der Online-Anteil gegenüber dem stationären Einzelhandel bleibt seit 2022 identisch, jedoch steigt das Umsatzvolumen stetig.
  • Auch das Marktwachstum des Online-Handels übertrifft das Wachstum des stationären Einzelhandels.
  • Im Food-Bereich ist das Wachstum des Online-Anteils besonders gestiegen.
  • Besonders beliebt sind die Waren aus den Bereichen Fashion & Accessoires, Consumer Electronics und Freizeit & Hobby.1

Diese Entwicklung lässt sich auch im Transport beobachten: Im Straßengüterverkehr müssen zusätzliche Ressourcen geplant werden, damit die Lieferung auf der Letzten Meile oder der Transport über weitere Strecken reibungslos in dieser Zeit abläuft.

Ein wichtiger Aspekt der Personal- und Ressourcenplanung ist das veränderte Kundenverhalten: Verbraucher beginnen ihre Weihnachtseinkäufe zunehmend früher. In Spanien wird fast die Hälfte der Konsumenten vorzeitig aktiv, jeder Fünfte sogar früher als im Vorjahr.2 In Deutschland erfolgen die meisten Käufe im November oder Anfang Dezember3, dennoch muss auch für Last-Minute-Käufer am 24. Dezember ausreichend Bestand vorhanden sein. Dadurch verlängert sich der Zeitraum, in dem hohe Produktverfügbarkeit und schnelle Lieferzeiten sichergestellt werden müssen. Hinzu kommen Shopping-Events wie Black Friday und Cyber Monday, die die Nachfrage in der Vorweihnachtszeit zusätzlich steigern. Unternehmen müssen daher ihre Logistik mehrere Wochen im Voraus planen, um alle wichtigen Einkaufsmomente abzudecken.

Die Logistik wird nicht mehr durch einen einzigen Spitzenwert definiert, sondern durch einen anhaltenden Zeitraum hoher Aktivität, der eine sorgfältige Koordination erfordert, um Engpässe beim Transport und Vertrieb zu vermeiden.

Steigende Umsätze und steigende Erwartungen

Gleichzeitig nehmen sich die Kunden mehr Zeit, um verschiedene Optionen zu vergleichen. Ihre Entscheidungen sind überlegter und weniger impulsiv, was die Einzelhändler dazu zwingt, die Servicequalität über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten, anstatt sich auf einen konzentrierten Anstieg zu verlassen. Die Herausforderung besteht nicht mehr darin, einen plötzlichen Anstieg zu bewältigen, sondern von Oktober bis Ende Dezember ein konstant hohes Niveau an Logistikleistung aufrechtzuerhalten und dabei die gleiche Effizienz zu gewährleisten.

Eine Deloitte-Studie4 zur Weihnachtssaison 2025 zeigt, dass mehr als die Hälfte der Verbraucher das Weihnachtseinkaufen als stressig empfinden und mehr als ein Drittel Lieferverzögerungen als Hauptgrund für ihre Frustration nennt. Deloitte nennt zusammengestellte Geschenkboxen und Wunschlisten als Beispiele für Tools, mit denen Retailer ihre Käufer*innen unterstützen können.

Die Zuverlässigkeit der Lieferung ist daher zu einem Eckpfeiler des Kundenerlebnisses geworden. Die Einhaltung versprochener Liefertermine stärkt das Vertrauen und die Loyalität, insbesondere zu dieser Jahreszeit.

Höchstleistung im Schichtbetrieb – auch kurz vor dem Fest

Um dem Ansturm gerecht zu werden, wird im Logistikzentrum in der Hochsaison vom Zwei- in den Dreischichtbetrieb gewechselt. An sechs Tagen in der Woche werden Aufträge rund um die Uhr bearbeitet. Die Filialen haben dabei bis zum Vorabend Zeit zu bestellen – geliefert wird am nächsten Tag. Selbst am 24. Dezember erreichen noch Lieferungen die Filialen, um den Verkauf bis zur Ladenschließung zu ermöglichen.

Die Vorbereitungen für diese anspruchsvolle Phase beginnen lange im Voraus – oft über ein Jahr vorher. Neben der Feinjustierung bestehender Prozesse wird auch die technische Infrastruktur stetig weiterentwickelt – um die Logistik für Weihnachten reibungslos zu gestalten und Mitarbeitende zu unterstützen. Neue Fördertechnik, zusätzliche Automatisierungslösungen oder Erweiterungen in der Lagerstruktur müssen rechtzeitig geplant und implementiert werden – angesichts teils langer Lieferzeiten ein entscheidender Erfolgsfaktor. Ein bedeutender Schritt ist der Einsatz von autonomen Robotern, die künftig den Kommissionierprozess unterstützen. Ziel ist es, die Produktivität zu erhöhen und gleichzeitig die Laufwege für Mitarbeitende deutlich zu reduzieren. Die Roboter bewegen sich vollautomatisch durch das Lager, fahren gezielt zu den Picker*innen und zeigen auf einem mitgeführten Tablet an, welcher Artikel aus welchem Regal zu entnehmen ist. Zusätzlich unterstützen sie durch integriertes Scanning, Etikettendruck sowie die Berücksichtigung länderspezifischer Preiskennzeichnungen.

Ein weiterer Vorteil: Da keine Flurförderzeuge erforderlich sind, genügt ein gezieltes Picking-Training statt einer aufwändigen Staplerausbildung. Nach Abschluss der Kommissionierung transportieren die Roboter die Waren zur automatisierten Fördertechnik, die sie direkt zum Sorter im Warenausgang weiterleitet.

A significant step is the use of autonomous robots, which will support the picking process in the future. The goal is to increase productivity while significantly reducing walking distances for employees. The robots move fully automatically through the warehouse, drive directly to the pickers, and display on a tablet which item from which shelf is to be picked. In addition, they provide support through integrated scanning, label printing, and consideration of country-specific price labels.

Another advantage is that, since no industrial trucks are required, targeted picking training is sufficient instead of time-consuming forklift training. Once picking is complete, the robots transport the goods to the automated conveyor system, which forwards them directly to the sorter in the goods issue area.

Gute Personalplanung ist erfolgsentscheidend

Neben technischer Infrastruktur bleibt eine vorausschauende Personalstrategie ein zentraler Erfolgsfaktor bei der Logistik für Weihnachten. Wenn das Bestellvolumen anzieht, müssen bereits ausreichend eingearbeitete Saisonkräfte verfügbar sein. Deshalb beginnen die Personalplanungen bereits im Sommer – inklusive gezielter Recruiting-Maßnahmen und attraktiver Rahmenbedingungen.

Ein erfahrenes Onboarding-Team, mehrsprachige Schulungen, Shuttle-Services und sogar Wohnunterkünfte gehören zum Konzept, um neue Mitarbeitende schnell und nachhaltig zu integrieren.

Die Prognose für die erwartete Geschäftsentwicklung erfolgt schon zu Jahresbeginn. Laufende Datenanalysen helfen dabei, kurzfristig auf Marktveränderungen zu reagieren. Auch wenn sich das Verhältnis zwischen Filial- und Onlinegeschäft verändert hat – das digitale Geschäft bleibt auf hohem Niveau und stellt besondere Anforderungen an die Flexibilität von Prozessen und Personal.

Nach dem Hochlauf kommt die Retourenphase

Anfang Januar flacht das Bestellvolumen wieder ab – doch die Arbeit ist noch nicht vorbei. Im Anschluss beginnt die strukturierte Retourenabwicklung, bei der Rücksendungen geprüft, erfasst und erneut in den Warenkreislauf integriert werden. Auch hier ist Effizienz gefragt, um Lagerbestände aktuell und Kosten gering zu halten.

Wie ein erfahrener Mehrwertlogistiker unterstützen kann
 

Saisonale Schwankungen abzufangen und ganzjährig den richtigen Bedarf zu ermitteln, ist eine Meisteraufgabe. Die Planung der Logistik an Weihnachten ist nicht mehr nur eine rein operative Aufgabe, sondern hat sich zu einer strategischen Entscheidung innerhalb des Logistikmanagements im Einzelhandel entwickelt.

„Jedes Jahr beginnt die Hochsaison früher, und Vorausschau ist der Schlüssel zum Erfolg. Wer mit ausreichender Vorlaufzeit plant, kann am ehesten für einen stabilen Service sorgen“, sagt Andreu Gutiérrez, Country Sales Director Road, Rhenus Group in Spanien.

Vorausschau bedeutet jedoch nicht nur, Termine vorzuverlegen. Es bedeutet, die Nachfrage frühzeitig zu analysieren, Teams zu koordinieren und Routen und Lager anzupassen, damit alles zusammenpasst. Darin liegt der Schlüssel zum Erfolg der Kampagne.
Andreu Gutiérrez
Country Sales Director Road, Rhenus Group in Spain

Fazit

Ein Logistikpartner unterstützt, um Supply Chains aufrecht zu halten, wenn der Bedarf schwankt. Auch in Zeiten von hohem Anfragevolumen läuft die Logistik rund – wenn Technologie, Personal und Prozesse aufeinander abgestimmt sind. Mit vorausschauender Planung, automatisierten Systemen und einem starken Team gelingt es, selbst unter Hochdruck termingerechte Lieferungen sicherzustellen – für Endkund*innen, Filialen und Online-Shops gleichermaßen. Auch bei den anderen Schritten der Lieferkette unterstützt ein routinierter Logistikdienstleister bei saisonalen Schwankungen: etwa durch verstärkte Personalplanung und clevere Routenplanung im Straßengüterverkehr.

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