Julia Thun & Niko Treptow

Wann hat das Trainee-Programm für Julia begonnen und welchen Abschluss hat sie mitgebracht?

Julia: Im Oktober 2017 bin ich in das Trainee-Programm gestartet, ich bin jetzt also seit mehr als 1,5 Jahren dabei. Meinen Bachelor hab ich im Fachbereich Management and Economics an der Ruhr-Universität in Bochum absolviert – danach habe ich einen Master in Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Operations Research and Management an der RWTH Aachen angeschlossen.

 

Wie ist das Trainee-Programm bisher so verlaufen?

Julia: Die erste Station durfte ich in Gießen im Bereich Warehousing absolvieren, dort habe ich das Projektmanagement unterstützt. In einem großen Projekt hatte ich dabei erstmals die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen. Thema des Projektes war die Soll-Ist-Analyse zweier Kernprozesse in der Kommissionierung. Die einzelnen Schritte bezogen sich auf die Bestandsaufnahme der Prozesse und deren Analyse sowie die Entwicklung von Lösungsansätzen.

Nach sechs Monaten wechselte ich turnusgemäß zu meiner zweiten Station, von Gießen zum Cuxport. Dort steht die Hafenlogistik im Fokus – für mich eine neue, spannende Herausforderung. Das Projekt bei der Cuxport bezog sich auf die „Einführung eines Terminal-Management-Systems“. Neben der Analyse von Terminalprozessen und der Dokumentation von Softwareanforderungen zählten auch Software-Tests sowie Teile des Depotmanagements zu meinen Aufgaben.

Im Anschluss folgte dann bis März 2019 meine Auslandsstation in Wien. Das Trainee-Pprogramm bietet die Möglichkeit, ins Ausland zu gehen, um die dortige Kultur besser kennenzulernen und sich persönlich weiterzuentwickeln. Bei der Rhenus Air & Ocean konnte ich nach den vorherigen Stationen an verschiedenen kleineren Projekten mitarbeiten und bekam Einblicke in das Tagesgeschäft einer Niederlassung. Meine Aufgaben waren beispielsweise die Aufbereitung von Datenschutzthemen und das Mitwirken beim Bearbeiten von Tendern.

Zurzeit bin ich ein Teil des RHAIZEN-Teams der Rhenus Warehousing Europe. Mein nächstes Projekt bezieht sich auf den Rollout einer Innovation an verschiedenen europäischen Standorten.

 

Im Vergleich dazu – wie ist das Trainee-Programm von Niko verlaufen?

Und wie ging es danach für ihn weiter?

Niko: Gestartet bin ich bei Rhenus im Mai 2014 als Trainee, inzwischen bin ich Geschäftsführer im Bereich Rhenus Air & Ocean. An den Standorten Wien und Graz wickeln wir alle See- und Luftfrachtanfragen unserer Kunden aus Österreich, Ungarn und der Slowakei ab, wobei auch vereinzelt Bahncontaineraufträge aus China kommen.

Für mich begann das Trainee-Programm in Moers im Bereich Public Transport bei der NIAG, die die Kohleversorgung für die Kraftwerke der Region organisiert. Hier ging es u. a. darum, Mengenströme und Personalpläne zu optimieren.

Die zweite Station brachte mich nach Hilden zur Freight Logistic. Dort lagen meine Aufgaben speziell in der Entwicklung von Neukundenkonzepten und der Preisgestaltung bei Ausschreibungen für die Projektabteilung Road Freight.

Als dritte Station zog es mich ins Ausland zur Rhenus Air & Ocean nach Porto in Portugal. Die Möglichkeit, sowohl eine neue Sprache als auch ein neues Themengebiet zeitgleich kennenzulernen, stellte eine besonders spannende Herausforderung für mich dar. Das Team in Portugal hatte bisher keinen Trainee und war umso freundlicher und interessierter an meiner Person. Zudem konnte ich die Strukturen und Werte der Rhenus-Gruppe in einem anderen Land bekannter machen, eine klassische Win-Win-Situation. Meine Tätigkeit lag vorwiegend im operativen Tagesgeschäft.

Zu guter Letzt habe ich in Dortmund die Contract Logistic im Bereich Prozessstrukturen und KPI-Monitoring unterstützen dürfen – allerdings nur für 4 Monate, da meine Anschlussposition bereits im März 2016 startete.

 

Was zeichnet das Trainee-Programm aus Nikos Sicht aus?

Niko: Unser Programm war damals übersichtlicher, dafür ist es nun flexibler. Es gab nur zwei Startzeitpunkte und ein Programm. Das Positive heute wie damals ist, dass das Programm im Vorhinein nicht durchgeplant ist, sondern jeder selbst Einfluss nehmen kann. Das bewerte ich auch im Nachhinein als den wesentlichen USP im Vergleich zu den Programmen des Wettbewerbs.

 

Sieht Julia das genauso oder hat sich in den letzten Jahren etwas verändert?

Julia: Zu Beginn meines Trainee-Programms war es ähnlich wie bei Niko, der Startzeitpunkt war entweder im April oder im Oktober. Seit kurzem ist dies anders und das Trainee-Programm kann flexibler gestartet werden. Ansonsten hat sich der Aufbau der Programme nicht grundlegend verändert.

 

Welche Stationen waren für Niko und Julia besonders spannend?

Julia: Für mich bietet das Trainee-Programm die Chance, innerhalb von zwei Jahren viele verschiedene Bereiche kennenzulernen. Im Bereich Warehousing hatte ich zuvor bereits Erfahrung gesammelt, Geschäftsfelder wie Port Logistics und Air & Ocean waren für mich aber neu. Die Möglichkeit der persönlichen Weiterentwicklung besteht zudem darin, sich alle sechs Monate beruflich und persönlich neu zu orientieren. Die Frage, welche Station ich besonders interessant fand, kann ich im Grunde gar nicht beantworten – alle drei Stationen haben etwas komplett Unterschiedliches geboten. Aus jeder von ihnen konnte ich einen eigenen Mehrwert für mich ziehen.

Niko: Aus meinem Programm möchte ich ebenfalls keine Station herausheben, da alle ihre Reize hatten. Zudem macht man selbst einen enormen Prozess durch. Ich war in der eigenen Entwicklung in Station eins noch an einem ganz anderen Punkt als zum Ende des Programms. Portugal im Sommer hatte allerdings schon einige Vorteile.

Julia: In meiner aktuellen Station in Wien habe ich das große Glück, Einblick in die Tätigkeiten eines Geschäftsführers zu bekommen. Ich sitze zusammen mit Niko in einem Büro und bekomme seine täglichen Aufgaben im Arbeitsalltag mit. So kann ich auch aus seinen Erfahrungen wertvolle Erkenntnisse ziehen.

 

Wie haben Niko und Julia die Betreuung während des Programms erlebt?

Niko: Uns wurde damals von Beginn an ein Mentor zur Seite gestellt. In meinem Fall war es ein Geschäftsführer der Port Logistics. Wir hatten ein sehr offenes und konstruktives Verhältnis und ich bin ihm noch heute für diesen Umgang sehr dankbar. Während meiner Trainee-Zeit wurde außerdem das „Buddy Programm“ etabliert. Ein schöner Ansatz, um die Erfahrungen der „älteren“ Trainees zu nutzen, sie mit den neueren Trainees zu teilen und ihnen den einen oder anderen Tipp mit auf den Weg zu geben. Ich hatte stets ein offenes Ohr für meine beiden Buddys.

Julia: Auch bei uns gibt es weiterhin Mentoren. Ich hatte das große Glück, dass meine erste Chefin in Gießen – Regionalleiterin Mitte bei der Warehousing Solutions Deutschland – auch meine Mentorin wurde. Für mich war es super, da ich mit meinen Anliegen jederzeit auf Sie zugehen konnte. Auch jetzt stehen wir noch in regelmäßigem Kontakt. Dabei sprechen wir über meine aktuelle Station und ich bekomme Einblick in ihre derzeitigen Herausforderungen, was mich persönlich weiterbringt. Ein „Buddy Programm“ haben wir hingegen nicht mehr.

 

Was zeichnet das Trainee-Programm abseits der verschiedenen Stationen noch aus?

Julia: Am ersten Tag sind alle neuen Trainees in Holzwickede zusammengekommen, um einander kennenzulernen. Dabei wurden wir über allgemeine organisatorische Angelegenheiten wie beispielsweise Reisekosten, Urlaubsplanung etc. informiert. Durch die Kick-Off-Veranstaltung und das nachfolgende Training sind wir als Gruppe eng zusammengewachsen. Insgesamt haben wir alle 6 Monate ein Trainee-Training. Dabei werden Themen wie Self Awareness und Relationship Skills behandelt sowie ein Planspiel zu kaufmännischen Themen durchgeführt. Neben dem Kick-Off-Event und den Trainings gibt es ein jährliches Jahresevent, bei denen alle Trainees zusammenkommen. So kann man sich über die verschiedenen Stationen und Erfahrungen austauschen. Letztes Jahr fand das Event im Sauerland statt, zwei echt intensive und lehrreiche Tage.

Niko: Wir hatten eine zweitägige Kick-off-Veranstaltung mit einem angenehmen Mix aus beruflichem Austausch und persönlichem Kennenlernen. Innerhalb unseres „Jahrgangs“ hatten wir einen sehr guten Kontakt, allerdings war es damals noch etwas übersichtlicher, da wir alle zum gleichen Zeitpunkt starteten und folglich immer mit den gleichen Rahmenbedingungen zu kämpfen hatten: neue Positionssuche, Wohnungssuche, Übergang in die feste Position etc.

Julia: Ich stehe im ständigen Austausch mit den anderen Trainees. Das liegt unter anderem daran, dass ich, zusammen mit zwei weiteren Trainees, für unseren Trainee-Newsletter verantwortlich bin. Hierfür informieren wir uns immer wieder bei den Trainees, ob sie über ihre Zeit im Ausland oder über ein spannendes Projekt berichten möchten. Durch den Newsletter erhält man so auch Infos von anderen Trainees, ohne direkt Kontakt aufzunehmen.

 

Mit welcher Anschlussposition ging es für Niko nach dem Trainee-Programm

weiter?

Niko: Ich bin im April 2016 als „Assistant to CEO Air & Ocean Europe“ gestartet. Eine extrem spannende Herausforderung mit hoher Reisetätigkeit. Es war meine Wunschposition und ich bin bis heute sehr glücklich, dass ich diesen Weg eingeschlagen habe.

 

Was kann der „fertige“ Trainee seiner Nachfolgerin mit auf den Weg geben?

Niko: Julia kann ich nur mitgeben, nicht ausschließlich den vermeintlich geebneten Weg zu gehen, sondern die Augen und Ohren offen zu lassen und die Chancen zu nutzen, die Rhenus bietet. Julia: Ich habe natürlich schon Vorstellungen und auch Präferenzen bzgl. meiner Einstiegsposition nach dem Trainee-Programm. Wie Niko aber bereits gesagt hat – man sollte bei Rhenus immer bereit sein für die nächste Chance, die sich bietet.